Bastel-Legasthenie

Alle Jahre wieder werden alle Muttis der Kindergarten-Kinder zum jährlichen Bastel-Event eingeladen. Es gilt, eine optisch ansprechende Laterne herzustellen. Dazu gibt es jeweils zwei Mottos: Das Mädchen-Motto (rosa Katze) und das Jungs-Motto (blutrünstiger Pirat). Zu diesem Event gibt es Kaffee und Kekse werden gereicht. Ich teile mir meinen Arbeitsplatz mit zwei hochtalentierten Bastel-Expertinnen. Diese werden von ihren hochtalentierten Töchtern tatkräftig unterstützt. Mein Sohn spielt lieber mit seinem Kumpel in der Autoecke. Da er meine, leider genetisch bedingte, Bastel-Klebe-Schneide-Phobie geerbt hat, darf er dort bleiben.

Die rosa Katzen neben mir nehmen schnell Formen an, während der blutrünstige Pirat jetzt schon zwei windschiefe Hüte trägt und auch der Säbel ehr nach Gurke aussieht.

Außerdem habe ich mich bereits dreimal verbastelt (gibt es dieses Wort?) und benötige mehr Ausschneidepapier, als für mich vorgesehen. Das ist ein bisschen peinlich. Kurz darauf sind die rosa Katzen fertig und werden bereits von den Bastel-Assistentinnen Gassi geführt. Lange Zeit später ist auch der blutrünstige Pirat fertig.

Er ist exorbitant hässlich.

Zum Glück findet das Laterne-Laufen im Dunklen statt. Mein Sohn kommt kurz gucken, sagt „toll Mama!“ und entschwindet wieder zum Ritter-Spielen mit seinem Kumpel. Dessen Mutter hat derweil einen formvollendeten blutrünstigen Piraten hergestellt und betrachtet mein eigenes Exemplar mit leichtem Mitleid.

Fazit: Ich kann nicht basteln. Außerdem finde ich es schrecklich. Nächstes Jahr schicke ich entweder den Kindsvater, oder die Patentante zu diesem Event. Oder ich kaufe eine fertige Laterne! Am besten eine rosane Katze mit Plüsch 😉

 

 

 

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